Erinnerung im Wandel

Erinnerung im Wandel

Geteilte Erinnerungskulturen verbinden Menschen und Gesellschaften, aber was passiert, wenn Uneinigkeit darüber besteht, was oder wie erinnert werden soll?

Was und wie erinnert wird, wird politisch und gesellschaftlich ausgehandelt und unterliegt einem fortlaufenden Wandel. Die Erinnerung an die Zeit des Nationalsozialismus etwa wird in Deutschland als Staatsräson verstanden und die Auseinandersetzung mit den menschenfeindlichen Verbrechen in dieser Zeit als zentrale Säule der demokratischen Bildung. Der Wandel dieses Erinnerns resultiert auch aus der zunehmenden zeitlichen Distanz zu den NS-Verbrechen.

Erinnerungskulturen sind aber deutlich vielfältiger: auch in Deutschland gibt es eine Vielzahl von historischen Ereignissen, die in unserem kollektiven Gedächtnis präsent sind und/oder für deren Beachtung und Anerkennung Menschen sich fortlaufend einsetzen. Insbesondere postmigrantische Gesellschaften stehen dabei vor der Aufgabe, Repräsentation und Anerkennung verschiedener Geschichten und Perspektiven zu gewährleisten, damit „das Erinnern“ verbindet, statt auszugrenzen und zu spalten.

Welche Fragen stellen wir uns?
  • Welche „blinden Flecken“ gibt es in der gesellschaftlichen Auseinandersetzung mit der Zeit des Nationalsozialismus? Wie kann Lernen darüber gestaltet werden?
  • Wie und woran wird in Deutschland erinnert?
  • Welche Unterschiede gibt es in der Art und Weise, wie Menschen erinnern?
  • Kann eine bestimmte Erinnerungskultur Menschen auch ausschließen, die sich davon weniger angesprochen fühlen?
Welche Angebote entwickeln wir?
  • Lernmaterial in Bezug auf unterschiedliche Erinnerungskulturen, z.B. das MEMO-Impulskartenset zur Auseinandersetzung mit der Zeit des Nationalsozialismus.
  • Lernmaterial für Kommunen und Praktiker*innen, um Konflikte um und über Erinnerungskultur zu verstehen.
Wie arbeiten wir?

Wir arbeiten einerseits mit Material, der MEMO-Studien die seit 2018 am Institut für Interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung durchgeführt werden. Auf dessen Basis haben wir das MEMO-Impulskartenset entwickelt, zum Einsatz in der pädagogischen Praxis in Gedenkstätten und weiteren Einrichtungen der politischen Bildung. Uns interessiert außerdem, welche Unterschiede es gibt in der Art und Weise, wie Gesellschaften erinnern und daher führen wir Interviews in der deutsch-polnischen Grenzstadt Frankfurt Oder. Insbesondere interessiert uns auch hier die (unterschiedliche) Art und Weise des Erinnerns an die Zeit des Zweiten Weltkriegs und die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Perspektivisch möchten wir uns noch stärker mit vielfältigen Perspektiven auf Erinnerung auseinandersetzen.

Bevorstehende Veranstaltungen
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Projektbausteine

Eine Person blickt auf ein Plakat des Projektes "Memo".

MEMO-Impulskartenset

Das MEMO-Impulskartenset bietet kompakte Denkanstöße für Meetings, Workshops und Selbstreflexion: klare Leitfragen, kurze Übungen und praktische Methoden auf handlichen Karten – sofort einsetzbar, fördert Fokus, Austausch und neue Perspektiven.

Brücke über die Oder in Frankfurt (Oder)

Krieg und Frieden in der kollektiven Erinnerung

Wie beeinflussen Grenzen unser alltägliches Handeln? Wie prägen Grenzen kollektive Erinnerungen in Regionen, die sich über nationale Grenzen hinweg erstrecken? Mit diesen Fragen beschäftigen wir uns am Beispiel der Grenzregion Frankfurt (Oder) und Słubice.

Eine Wand wurde im Rahmen eines Graffiti Workshops bunt bemalt.

Vielfalt von Erinnerungskulturen in Deutschland

Wir weiten den Blick auf Ereignisse, die in der postmigrantischen Gesellschaft in Deutschland weniger sichtbar erinnert werden, z.B. die deutsche Kolonialgeschichte oder rassistische Gewalt.

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