Beteiligung in der Energiewende (Wissenschaftsjahr 2025)

Konfliktbearbeitung im lokal-kommunalen Raum

Beteiligung in der Energiewende (Wissenschaftsjahr 2025)

Der Ausbau erneuerbarer Energien ist eine große gesellschaftliche Herausforderung. Statt Öl, Kohle und Gas sollen Wind, Sonne, Wasser oder Pflanzen für die Erzeugung von Wärme und Strom genutzt werden. Um „die Gesellschaft“ bei dieser großen Veränderung mitzunehmen, soll „die Öffentlichkeit“ möglichst früh in die Planung konkreter Vorhaben, wie z.B. den Bau von Windkrafträdern o.ä. eingebunden werden. Wer spricht mit? Wer wird gehört? Und wer bleibt außen vor – gerade bei komplexen Themen wie der Energiewende, die im Wissenschaftsjahr 2025 Zukunftsenergie im Mittelpunkt steht?

Die Wissenschaftsjahre sind eine Initiative des Bundesministeriums für Technik und Raumfahrt. Der Fokus der ConflictA im Wissenschaftsjahr 2025: welche Orientierung kann die Konfliktforschung in Zeiten großer Veränderungen wie der der Energiewende bieten?

Entwickelt haben wir das Online-Modul BETEILIGT. Es richtet sich an Kommunen und Menschen, die Beteiligungsprozesse planen. Ziel von BETEILIGT sind Impulse und praktische Hinweise, Beteiligung in der Energiewende inklusiv und konfliktsensibel zu gestalten. Es geht insbesondere um Strategien, jene anzusprechen, die bisher wenig oder gar nicht in politischen Beteiligungsprozessen vertreten sind. Denn, Erfahrungen aus Beteiligungsprozessen zeigen, dass die Teilnehmenden meist über eine hohe Bildung, ein sicheres Einkommen und ein stabiles soziales Umfeld verfügen. Es sind hauptsächlich Männer mit einem höheren formalen Bildungsabschluss, die älter sind als 50 Jahre.

Andere Gruppen sind dagegen kaum vertreten. Wer weniger Ressourcen hat – etwa Menschen mit Behinderung, mit geringerer formaler Bildung, mit Migrationsgeschichte oder in prekären Lebenslagen – ist in Beteiligungsprozessen stark unterrepräsentiert. Kinder und Jugendliche im Allgemeinen und im besonderen jene, auf deren Eltern die genannten Merkmale zutreffen sind ebenfalls stark unterrepräsentiert. Daher haben wir Menschen, die sich selbst einer der oben genannten ‚Gruppen‘ zuordnen würden, getroffen. Wir wollten mehr über ihre Lebenswelt erfahren – insbesondere über Bezüge zur Energiewende und ihre Möglichkeiten, sich zu beteiligen. Was wir von ihnen gelern haben, fließt in die Überarbeitung des Moduls BETEILIGT.




Zankapfel – 3. Episode: Energiewende und Teilhabe: warum viele Stimmen fehlen und wie Beteiligung gerechter wird

Politische Beteiligung ist ein Grundpfeiler der Demokratie – doch in der Praxis bleibt sie oft ein Privileg. Gerade bei komplexen Themen wie der Energiewende zeigt sich, dass viele Perspektiven fehlen: Menschen mit geringeren Ressourcen, mit Behinderung, mit Migrationsgeschichte oder ohne sicheren Zugang zu Informationen. In dieser Folge sprechen wir darüber, wie wir Beteiligung gerechter gestalten können. Mit Einblicken in das Online-Modul BETEILIGT und Erfahrungen aus Bethel.