
Online-Talk: „Fokus Landtagswahlen: Die AfD und die Zukunft der Demokratie in (Ost-)Deutschland“

Freitag, 25. September 2026, 14.00 -15:30 Uhr, online via Zoom
Die Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Berlin sind wegweisend für die betroffenen Bundesländer und darüber hinaus von zentraler Bedeutung für die demokratische Entwicklung in ganz Deutschland.
Den aktuellen Umfragen zufolge wird die AfD bei den Wahlen im September voraussichtlich sehr stark abschneiden – mit Werten von rund 40 Prozent in Sachsen-Anhalt, 35 Prozent in Mecklenburg-Vorpommern und 15 Prozent in Berlin. Sollten sich diese Prognosen bewahrheiten, würde die Partei in Sachsen-Anhalt ihr historisch bestes Ergebnis erzielen und als stärkste Kraft aus der Wahl hervorgehen.
Es besteht somit die hohe Wahrscheinlichkeit, dass sich der Wahlerfolg der rechten Partei aus den vergangenen Jahren nahtlos fortsetzt. Ein solcher Ausgang könnte das politische Gefüge der gesamten Republik nachhaltig verändern. Insbesondere landespolitische Kernfelder wie Bildung, Demokratieförderung sowie Verwaltungsstrukturen könnten dabei vor neuen Herausforderungen stehen.
Im Rahmen des Online-Talks analysieren wir die aktuelle Lage und blicken auf die Zeit nach der Wahl:
• Rückblick auf Stimmung und Dynamik im Wahlkampf: Wie wurde die politische Atmosphäre (insbesondere in Sachsen-Anhalt) im Wahlkampf wahrgenommen? Welche Rolle spielten die zunehmende Normalisierung radikaler Rhetorik sowie die Mobilisierungsstrategien der AfD in den sozialen Medien und im Straßenwahlkampf? Welche Faktoren haben die Wahlentscheidung der Wähler:innen maßgeblich beeinflusst? Waren landesspezifische Entwicklungen entscheidend, oder dominierten symbolische, bundespolitische Themen wie die Migrationspolitik?
• Ursachenanalyse und politische Szenarien: Welche Schlüsse lassen sich aus den Wahlergebnissen ziehen? Welche der AfD-Ankündigungen – etwa in der Bildungs-, Migrations- oder Finanzpolitik – sind realistisch umsetzbar, und wo stoßen sie an verfassungsrechtliche, finanzielle oder koalitionspolitische Grenzen?
• Vorbereitung und Umgang: Wie können sich Verwaltungen und zivilgesellschaftliche Projekte konkret auf eine mögliche Regierungsbeteiligung, starke Sperrminoritäten oder Wahlsiege der AfD vorbereiten? Wie lassen sich demokratische Strukturen und Institutionen proaktiv und effektiv erhalten?
• Strategien der etablierten Parteien: Die Taktik, die AfD thematisch rechts zu überholen, wird nach wissenschaftlichen Erkenntnissen kritisch bewertet. Wie sollten die demokratischen Parteien stattdessen mit den aktuellen Entwicklungen umgehen, um demokratische Institutionen langfristig zu sichern?
Diskutant*innen: Dr. Heike Kanter (Projektkoordination „Demokratische Tür-zu-Tür-Gespräche“ LAMSA e.V.); Dr. Daniel Kubiak (Humboldt-Universität zu Berlin); Prof. Dr. Marcel Lewandowsky (Universität Halle-Wittenberg); Prof. Dr. Andreas Zick (IKG, Universität Bielefeld)
Moderation: Prof. Dr. Beate Küpper (Wissensnetzwerk Rechtsextremismusforschung/Hochschule Niederrhein)
Anmeldung:
Die Veranstaltung richtet sich an:
- Wissenschaftler*innen und Studierende
- Vertreter*innen von Sicherheitsbehörden, Ministerien, Verwaltungen und zivilgesellschaftlichen Organisationen
- Fachkräfte aus der Prävention, der politischen Bildung sowie der schulischen und außerschulischen Jugendarbeit
- Praktiker*innen aus Programmen der zivilgesellschaftlichen Arbeit
- Journalist*innen und Medienvertreter:innen
- Die interessierte Öffentlichkeit
Die Veranstaltung wird gemeinsamen organisiert von der Konfliktakademie ConflictA und dem Wissensnetzwerk Rechtsextremismusforschung (WiREX).