
ConflictA-Talk: Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit und professionelle Verantwortung
Das Wissensnetzwerk Rechtsextremismusforschung (Wi-REX) und das Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung laden ein zum Online-Talk: „Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit und professionelle Verantwortung“.
Mittwoch, 8. Juli 2026, 14 bis 15:30 Uhr, online via Zoom
Abwertende Einstellungen gegenüber Menschen aufgrund ihrer zugeschriebenen Herkunft, Religion, ihres Geschlechts, ihrer sexuellen Orientierung, einer Behinderung oder ihrer sozialen Lage sind bis weit in die gesellschaftliche Mitte verbreitet. Sie finden sich auch bei Professionellen in pädagogischen Handlungsfeldern, obwohl sie dort weniger vermutet werden und den professionstheoretischen Idealen sowie dem Selbstverständnis vieler Fachkräfte deutlich widersprechen. Gerade in Arbeitsfeldern, die von Nähe und Distanz, Hilfe und Kontrolle, Fürsorge und Selbstbestimmung sowie asymmetrischen Machtverhältnissen geprägt sind, können solche Haltungen verheerende Folgen für Adressat* innen haben, indem sie professionelles Handeln offen oder verdeckt beeinflussen* in abwertender Sprache, Einschätzungen und Entscheidungen, alltäglichen Routinen ebenso wie in institutionellen Strukturen. Im Ergebnis werden so Zugänge erschwert, Bedarfe übersehen, Beteiligungsmöglichkeiten begrenzt oder Schutz- und Unterstützungsansprüche ungleich eingelöst. Für Soziale Arbeit, Kindheitspädagogik und angrenzende Felder wie Bildung, Beratung, Gesundheitswesen, Verwaltung oder zivilgesellschaftliche Arbeit stellt sich damit eine zentrale Frage: Was bedeutet professionelle Verantwortung, wenn Fachkräfte selbst Teil gesellschaftlicher Vorurteile, Machtverhältnisse und Ausschlüsse sind?
Der Wi-REX-Online-Talk „Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit und professionelle Verantwortung“ nimmt Befunde und Beobachtungen zu menschenfeindlichen Einstellungen bei (zukünftigen) Fachkräften in Sozialer Arbeit und Kindheitspädagogik zum Ausgangspunkt und diskutiert, welche Risiken daraus für Praxis und Organisationen entstehen können, welche Handlungsmöglichkeiten Kolleg*innen, Träger, Hochschulen und Betroffene haben und wie eine diskriminierungskritische Professionalität aussehen kann, die individuelle Einstellungen reflektiert und institutionelle Strukturen in den Blick nimmt.
Gäste: Prof. Dr. Sebastian Bornemann (IU International University), Professor. Dr. Aljoscha Jegodtka (IU International University), Beate Vinke (HS Düsseldorf), N.N.
Moderation: Prof. Dr. Beate Küpper (Wissensnetzwerk Rechtsextremismusforschung/ Hochschule Niederrhein)